Presserklärung zum Artikel in der MM-Zeitung


Die BEW hat Anfang Juni die Anträge zu den Maßnahmen an der Illerstufe 6 – Legau gestellt. Einmal „Neubau Illersteg“ und „Parallelgewässer – Tretbecken – Illerstrand“. .

BEW und Landratsamt haben im Vorfeld einige Informationsveranstaltungen durchgeführt um einerseits die Bevölkerung zu informieren anderseits die Wünsche der Bürger und Gemeinden entgegenzunehmen. Dabei wurden die Gefahren am Weg zur Iller, die Parksituation in Oberbinnwang und Legau, die Müllproblematik, die Versicherungsfragen bei Unfällen, die Gefährdung für Tiere und Natur angeführt.

Im Antrag findet sich davon NICHTS konkretes.  Es ist die Rede von „soll“, „wird überlegt“, „ist geplant“, „gegebenenfalls“, „bei Not“.
Es ist alles genauso unverbindlich, wie es in all den Versammlungen immer wieder vorgetragen wurde. Schriftliche oder vertraglich belastbare Aussagen gibt es keine.
Es gibt auch noch kein Besucherlenkungskonzept. Es gibt keine verbindliche Zusage von Landwirten wegen Grundstück für Parkplätze, auch keine Vertäge.
Die Bürger und die Gemeinden sind zu recht enttäuscht.

Bisher fehlen im Antrag wichtige Teile, so der „Landschaftspflegerische Begleitplan“, eine Einschätzung für das gesamte FFH-Gebiet.

Herr Klocke sagte auf der Gemeinderatssitzung am 30.06.2014 in Kronburg dass der Steg für den Illerradweg nicht wichtig sei. (Dies kann Ihnen die Gemeinde Kronburg bestätigen)
Dies war bisher immer ein entscheidendes Argument für den Übergang.
Herr Wank schreibt in seinem Gutachten zum Antrag: „Die Erfahrung zeigt, dass die hier angesprochene Radfahrer-Zielgruppe überwiegend von Etappenziel zu Etappenziel plant und nur sehr ungern Abweichungen von der ausgewiesenen Hauptroute akzeptiert“ (walkmangament S. 3)
Und weiter; „..eine kurze Betonpiste im steilen Kurvenbereich, welche nach ADFC-Kriterien als Gefahrenstelle, vor allem für Kinder einzustufen ist“. (walkmanagement S. 9)).
Es wird von den Befürwortern immer wieder  eine 16 km lange Radtour von Illerbeuren/ Bauernhofmuseum über die Hängebrücke angeführt.
Die Route über die bestehende Brücke in  Au ist 21 km lang, damit 5 km länger, und auch für Familien mit Kindern nutzbar. (siehe Walk).

Es zeichnet sich eine immer breitere Ablehnung ab: Der Gemeinderat Kronburg hat den Illersteg einstimmig abgelehnt,  die Gemeinde Legau hat die Zustimmung zurückgestellt, weil keine Fragen beantwortet sind,
Der Landesbund für Vogelschutz ebenso wie der Bund Naturschutz haben sich gegen den Steg ausgesprochen.  Der Verein Natur statt Deponie e.V. lehnt den Steg ab, genauso die Naturfreunde Memmingen die das Rechberghaus in der Nähe betreiben.  Bündnis 90/Die Grünen  haben sich gegen den Steg ausgesprochen.
Auf allen Versammlungen war die Mehrheit der Bürger gegen den Steg, und selbst bei der Online Umfrage der Memminger Zeitung hat sich eine Mehrheit dagegen ausgesprochen. Wo sich da „der Wunsch vieler Bürger“ zeigt, der immer wieder angesprochen wird, erschließt sich uns nicht.

Wie immer wieder behauptet werden kann, dass dieser Naturraum für die Bevölkerung zugänglich gemacht werden muss, ist ein Rätsel. Ist er bisher mit einem Zaun abgesperrt oder gibt es eine Mauer?
Er ist zugänglich.

Wir von unserem Verein „Natur statt Deponie e.V.“ haben ein 15 seitiges Konzept „Sanfter Tourismus im Illerwinkel“ erstellt und dem Motto: „Natur, Kultur, Genuss“ , in dem wir die Bedeutung der Pommersau für sanften Tourismus betonen und die Wichtigkeit relativ unberührter Natur hervorheben. (Dieses Konzept können wir Ihnen gerne zusenden).
Wie das Landratsamt sind wir für die Förderung des Tourismus im Illerwinkel: er ist einer der schönsten Ecken im Landkreis. Wir finden dazu aber ruhige Naturoasen wichtiger als große „Events“

Noch einige Anmerkungen zu den Gutachten im Antrag:
Die Gutachterin Miriam Puscher schreibt in ihrem Gutachten: „Zusammenfassend ist das Vorhaben … nicht geeignet, erhebliche Beeinträchtigungen von Natur und Umwelt auszulösen. Über die Planung hinausgehende Erschließungsmaßnahmen würden jedoch zu erheblichen Beeinträchtigungen von Natur und Umwelt führen“. Wie genau abzugrenzen ist, dass diese Maßnahme keine Beeinträchtigung aber eine weitere Maßnahme sofort eine erhebliche Beeinträchtigung darstellt, erschließt sich nicht. Miriam Puscher schreibt auch, dass es weitere „angedachte“ Maßnahmen gibt. Sie schreibt: „Zukünftig ist jedoch auf potentielle Risiken zu achten, die sich durch Summation mit weiteren noch nicht
geplanten, jedoch bereits angedachten Planungen ergeben können“ Diese müssten dann unbedingt auch in die Beurteilung mit einfließen.

Darüber hinaus beruhen alle Untersuchungen und Gutachten im Antrag darauf, dass wenig Besucher kommen. Wie die Natur bei vielen Besuchern belastet wird, ist kein Thema. Auch dies müsste gründlich untersucht werden.

Als Fazit lässt sich feststellen, dass der Antrag bisher unvollständig ist, die Argumente für die Hängebrücke zum Teil von den Gutachtern in Frage gestellt werden und ein große Anzahl von Bürgern, Verbänden und  jetzt sogar Gemeinden sich gegen den Antrag aussprechen.

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