Argumente für Illersteg (LA) und Gegenargumente


Das Landratsamt hat uns „Argumente für den Illersteg zugesandt. Zu diesen Argumenten (LA) schreiben wir danach die Überlegungen von „Natur statt Deponie e.V. Erhalt von Natur Landschaft und Lebensqualität“ (wir). Das Orginal des Landratsamtes ist auf unserer Internetseite zu sehen. Gliederung stammt vom Landratsamt.

1. Wichtige Infrastrukturmaßnahme
LA: Lückenschluss im Rad- und Wanderwegenetz
Wir: Der Illerradweg ist lückenlos befahrbar, im Bereich der Brücke sogar links und recht der Iller. Mit dem neuen Steg gibt es eine Querverbindung, und da gibt es bereits einige.

LA: Schon bislang befinden sich im Bereich der Illerstaustufe IV ausgewiesene Wanderwege, aber ohne Vebindung auf die andere Seite
wir: Das stimmt. Aber wieso müssen sie verbunden werden? Wenn man den Verlauf der Iller betrachtet, gibt es links und rechts viele nicht verbunden Rad- und Wanderwege.

LA: Steg soll in Illerradweg und regionales Rad- und Wanderwegenetz eingebunden werden: sinnvolle Ergänzung bestehender Angebote
wir: Muss erst eingebunden werden! Der Illerradweg funktioniert auch ohne diese Brücke.

LA: neue Möglichkeit für Radler und Wanderer (z.B. Rundtour)
wir: Die Rundtour gibt es auch ohne diesen Steg über die Brücke in der Au, nur je nachdem wie man fährt, etwas länger.

LA: Überquerungsmöglichkeit ohne Straßenverkehr: Bislang Überquerung der Iller zwischen der Hängebrücke in Fischers bei Altusried und Illerbeuren nur auf der Kreisstraße MN 21 möglich
wir: Straßenverkehr ist nur auf ein paar hundert Metern keiner vorhanden. Ab Unterbinnwang bis Illerbeuren zum Teil massiver Lastwagenverkehr (Kiesgrube / Erddeponie)

LA: Erfüllung eines lang gehegten Wünsches: im Illerwinkel gibt es seit längerem den Wunsch, das Wehr des LEW-Kraftwerkes an der Staustufe iV zu nutzen. Dies ist aber nicht möglich. Mit dem Steg wäre das Problem gelöst.
wir: Am Wehr einen Übergang zu haben, wäre auch sinnvoll und ist bei einigen anderen Wehren auch möglich. Warum hier nicht?

2. Bedeutend für die Umweltbildung
LA: Vorhaben soll ein Bewusstsein für den Lebensraum Iller schaffen und auf die Bedeutung des Flusses für die Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft aufmerksam machen
– im Natur- und Umweltschutz gilt: Man achtet und schützt nur, was man kennt und versteht
– Kinder können Natur hier kennen, erleben und auch schützen lernen
– Gute Ergänzung zur Umweltstation Legau: Exkursionen und Bachpatenschaften geplant

Wir: Zum Thema Umweltbildung siehe unter „Brücke – Umweltbildung“. Ich bin selbst Sozialpädagoge und war Jahrelang in der Umweltbildung tätig. Zur Umweltbildung braucht es nur Natur. Die Mittel dazu sind: lauschen, fühlen, schmecken, schauen, riechen, bewusst gehen. Die Brücke braucht es gar nicht dazu. Die ganzen Maßnahmen sind eher Fortsetzung von Fernsehen und Computer in der Natur.

3. Gewinn für die Natur
LA: Iller soll im Rahmen des Projekts teilweise wieder in natürlichen Zustand versetzt werden
wir: Nätürlichen Zustand gibt es nicht mehr! Welcher Zustand war denn natürlich. der vor 100 Jahren vor 1000 Jahren oder der vor 10000 Jahre. Wir leben in einer Kulturlandschaft, in der es dringend nötig ist, Reste von Natur zu bewahren und zu schützen.

LA: Abflachung des Ufers geplant: Kiesbänke schaffen neuen Lebensraum für Tiere
wir: Alle Experten sagen, dass dies nur in absoluter Ruhe angenommen wird, Auf keinen Fall mit einem wie auch immer gearteten Besucherverkehr.

LA: Laichmöglichkeiten für Fische
Wir: Siehe oben.

4. Gewinn für die gesamte Region
LA: Naturraum Iller wird für die Radler und Wanderer besser erschlossen und der Naherholungsraum damit gestärkt und aufgewertet.
wir: Aber auch für alle die mit dem Auto kommen.

LA: Zusammen mit anderen Angeboten im Illerwinkel, wie der Umweltstation oder kulturellen Angeboten wie dem Illerbeurer Bauernhofmuseum, der Wallfahrtskirche Maria Steinbach oder Schloss Kronburg ergibt sich ein atrraktives Gesamtpaket rund um Natur und Kultur
wir: Dis sind Ideen aus unserem Konzept „Sanfter Tourismus im Illerwinkel“. Alle Maßnahmen dazu in der Pommersau sind nicht nötig – siehe ausführliches Konzept auf unserer Internetseite. Dieses Konzept kann nur in kleinen Schritten in intensiver Zusammenarbeit mit den Bürgern entwickelt werden.

LA: Aufwertung des Landkreises
wir: Kann sein. Aber als singuläres Konstrukt ohne Einbindung in ein Gesamtkonzept wird es verpuffen.

LA: Das Geld bleibt in der Region
wir: Es bleibt hauptsächlich in der Region, wenn die Besucher hier übernachten. Dazu braucht es ein Gesamtkonzept.

LA: Auch die Hängebrücke in Fischers bei Altusried ist eine Bereicherung.
Wir: Das ist einfach eine Behauptung! Warum ist sie eine Bereicherung und für wen?

LA: Projekt an der Illerstaustufe gehört zu einem Gesamtkonzept, das ein Gebiet von Oberstdorf bis Lautrach umfasst.
wir: Das umfasst nur die „Natur“-Maßnahmen und hat mit dem Steg nichts zu tun! 

5. Ins Landschaftsbild passend
LA: Bauwerk soll mit einer Breite von 1,5 Metern sehr filigran und zurückhaltend sein.
wir: Ästhetische Empfindungen sind Geschmacksache und können meist nicht verallgemeinert werden. Aber es geht im wesentlichen nicht um Ästhetik, sondern um Eingriffe in die Natur.

LA: Landschaftsästhetisch keine Beeinträchtigung: Steg ist neben einem bereits vorhandenen Kraftwerk geplant.
wir: Der Steg ist sicher „schöner“ wie die Staustufe selbst und auch weniger Eingriff in die Natur als die Staustufe war und ist.

LA: schon jetzt handelt es sich nicht um unberührte Natur: Es befinden sich hier nicht nur ein Kraftwerk, es wird hier zum Beispiel auch Maisanbau betrieben.
Wir: Das stimmt. Aber wie sollen Landwirte überzeugt werden, naturverträglich zu wirtschaften, wenn wegen „Tourismus“ keine Rücksicht auf Natur genommen wird? Und es ist auf keinen Fall eine Rechtfertigung noch mehr in die Natur einzugreifen.

6. Kein Besucherandrang zu erwarten
LA: Vorhaben ist radelnde und wandernde Naturliebhaber gedacht.
Wir: Es wäre nicht das erste Mal, dass Planer ganz etwas anderes erwarten als danach tatsächlich eintritt.

LA: Auch zur Hängebrücke bei Altusried kommen keine Besuchermassen. Sogar wenn schönes Wetter ist, sind es oft nur eine Handvoll Wanderer.
Wir: Zum ersten ist die Hängebrücke in Fischers nicht vergleichbar. Dort gibt es außer der Brücke nichts. Unsere Forderung was daher auch, alles wegzulassen (Aussichtsturm, Tretbecken, Glasscheibe zur Fischbeobachtung, Kiesstrand). Dann wäre sie in etwa vergleichbar. Wenn aber tatsächlich kaum Leute kommen – wie argumentiert wird – sind die 850000,00€ reine Steuerverschwendung und wären woanders sinnvoller eingesetzt.

LA: Dennoch ist ein Konzept für Besucherlenkung geplant.
Wir: Dies bisher einzigen verlässlichen Zahlen haben wir gesammelt. Jeweils einmal gezählt um 15:00 waren es zwischen 30 Autos (Werktagen) und 81 Autos (Wochenende). Diese Zahlen können durchaus verdoppelt werden, wenn man den ganzen Tag erfassen will. Es waren Autos aus Fraiburg, München, Forchheim.. usw da, was zeigt, dass auch die Allgäu Touristen kommen (auch diese Daten ausführlich auf unserer Internetseite). Bei diesen Zahlen hilft auch keine Besucherlenkung!

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