10 Schritte gegen die Ohnmacht


von Christian Felber – Psychologe und Politologe

Das Gefühl der Ohnmacht und Resignation sind bereits ein Sieg der Mächtigen. Wenn sich niemand für die Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse einsetzen würde, hätten sich die gesellschaftlichen Verhältnisse nie geändert.
Es kommt auf Sie an!
Sie allein werden die Welt nicht verändern. Aber Sie sind nicht allein. Sie müssen nur die Welt in ihrem persönlichen Wirkungskreis verändern – und darauf vertrauen, dass andere das auch tun. Alle persönlichen Wirkungskreise zusammen ergeben die ganze Welt. Wenn alle die, die nichts zur Besserung der Welt beitragen, sich engagierten, dann hätten wir schon morgen eine andere Welt.
Setzen Sie sich kleine Ziele – auch die größte Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

1. Offensein – Hinschauen –  Verbundensein –  Spüren: Nehmen Sie das, was passiert bewusst und mit allen Sinnen wahr, schauen Sie nicht weg, verschließen Sie sich nicht, flüchten Sie nicht. Allein diese Haltung – Anteilnahme am Weltgeschehen – kann dieses beeinflussen und verändern.
2. Kritischer Medienkonsum: Bilden Sie sich ihre eigene Meinung, hinterfragen Sie jede lnformation, die auf Sie zukommt. Mehr noch: Organisieren Sie sich selbst gute lnformationen. Probieren Sie einmal im Monat eine neue Zeitung/Zeitschrift. Besuchen Sie einmal in der Woche eine alternative Website
3. Diskutieren Sie mit Freunden, Verwandten, Nachbarn, beim Einkauf . . .
4. Verändern Sie ihr Konsumverhalten: nah, bio, fair, …
5. Organisieren Sie sich: Werden Sie Mitglied bei Natur statt Deponie oder bei anderen Umwelt-, Sozial-, Demokratie- oder Solidaritätsbewegungen. Diese sozialen Bewegungen haben nur ein so großes politisches Gewicht, wie sie auf Mitglieder verweisen können.
6. Aktiv werden: Ein Schritt weiter: Werden Sie selbst aktiv und engagieren Sie sich in einer dieser Organisationen.
7. Zu globalen Treffen fahren. Immer wieder reisen Zehn- oder Hunderttausende Menschen zu den Treffen der Welthandelsorganisation WTO, Demos gegen die Atomernergie oder zu Demos gegen den Stuttgarter Bahnhof,  um eine andere Politik einzufordern. Aus Erfahrung wissen wir: Diese Treffen mit Tausenden von Menschen motivieren und inspirieren. Sie geben der Arbeit auf der lokalen Ebene neuen Sinn und Schwung.
8. Selbst neue Möglichkeiten entwickeln. Überlegen Sie, ob sie nicht selbst in ihrem Leben etwas in Richtung einer besseren Welt verändern können. Vielleicht ist noch niemand vor Ihnen auf diese ldee gekommen. Vielleicht werden andere Menschen es Ihnen gleich tun und Ihnen dafür dankbar sein, dass Sie voraus gegangen sind. Es waren immer konkrete Menschen, die einen Weltladen, einen Windpark, eine Ethikbank oder eine alternative Schule gegündet haben, welche eine gerechtere Welt einüben.
9. Verbündete suchen. So wichtig es ist, dass Sie ihr Leben selbst organisieren, noch wichtiger ist es, dass Sie sich mit anderen zusammentun. Durch Kooperation und gemeinsames Handeln verstärkt sich der Effekt auf die Welt. Wenn eine/r einen Traum hat, bleibt es ein Traum. Wenn ihn viele träumen, wird der Traum wahr.
10. Neue Gesellschaft: Die Menschheit hat es von der Sklavengesellschaft und vom Absolutismus zur Demokratie geschafft, Frauen haben heute in vielen Bereichen gleiche Rechte wie Männer, die Todestrafe ist in den meisten Ländern abgeschafft. Wenn viele Menschen sich für etwas Neues einsetzen, lässt sich das Neue, nach dem sich viele sehnen, nicht mehr verhindern.
Wir Menschen sind zu vielem fähig. Wir unterschätzen uns chronisch. Wir halten die Mächtigen für allmächtig und trauen uns nicht zu, selbst die Gesellschaft zu verändern. Nehmen wir unser Leben in die eigene Hand.
Demokratie braucht Verantwortung.

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